Wohnung in Hamburg mieten: So haben wir etwas gefunden und bekommen.

Schöne Stadt Hamburg mit Hafen

Nach unserem Sommerurlaub auf Texel machten ich und meine Frau auf unserer Rückfahrt nach Frankfurt einen kleinen Abstecher nach Hamburg.
Wir hatten jetzt etwa 7 Jahre in Frankfurt gelebt und es gefiel uns dort einfach nicht mehr.
Neben Hamburg hatten wir noch weitere Städte in unserer engen Auswahl, aber nach unserem Besuch im September 2020 machte Hamburg das Rennen.
Gesagt getan, los ging es mit den Vorbereitungen. Ein Umzug über solch eine große Entfernung ist natürlich kein Zuckerschlecken. Wer eine Wohnung sucht, muss natürlich auch ein Einkommen nachweisen. Wie soll man ein Einkommen nachweisen, wenn man noch nicht einmal eine Arbeitsstelle in der Stadt seiner Wahl hat?
Und wie soll man eine Arbeitsstelle finden, wenn man keinen Wohnsitz in der Stadt hat, in der man den Job sucht?
Wir gingen die Sache also in mehreren Schritten an.

1.) Unterkunft finden
Wir beschlossen erst einmal eine günstige Unterkunft für mich zu finden. Also ein WG Zimmer, oder etwas Ähnliches in der Art.
Dazu ging ich einfach ein paar Facebook-Gruppen durch in denen WGs freie Zimmer anboten. Ich hatte ziemlich schnell eine Antwort erhalten und wurde nach Hamburg eingeladen.
Also ab in den nächsten passenden Zug und ab nach Hamburg. Es wurden Zwei möblierte Zimmer zu jeweils 400,- Euro in einem Souterrain, oder besser gesagt Keller angeboten.
Da ich mich als Erstes auf das Zimmer beworben hatte, bekam ich es auch. Das war natürlich ein Riesenglück und es hätte auch anders laufen können. Die erste Hürde war schonmal geschafft. Es ging wieder zurück nach Frankfurt und ich ging ganz normal meinem Job nach.

2.) Job finden
Jetzt fing ich an mich nach Arbeitsstellen umzusehen. Ich bin gelernter Werkzeugmechaniker und arbeitete in Frankfurt im Bereich Mikromobilität.
Ich schrieb meine erste Bewerbung und wurde recht zügig zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Bingo, nochmal Glück gehabt, ich bekam die Stelle, was vermutlich auch daran lag, dass ich aufgrund der vorhandenen Unterkunft innerhalb von 2 Wochen anfangen konnte. Den Job in Frankfurt hatte ich seit weniger als einem Jahr und somit hatte ich eine Kündigungsfrist von nur 2 Wochen. Ich nahm die Stelle also an und zog bereits am 1.11.2020 nach Hamburg in mein WG Zimmer.

3.) Wohnung finden
Das wichtigste war erledigt beziehungsweise vorbereitet. Ich hatte einen Job und eine Unterkunft in Hamburg und meine Frau war noch in Frankfurt und hatte ebenfalls ein geregeltes Einkommen.
Anstatt die zahllosen Inserate von Mietwohnungen bei Portalen wie Immobilienscout24, oder Immowelt zu durchforsten, inserierten wir lieber selbst bei Ebay Kleinanzeigen und stellten uns in der Anzeige schonmal grob vor. Ein Vermieter hat auch keine Lust hunderte von Bewerbungen durchzugehen und zig potenzielle Mieter in seine Wohnung einzuladen. Da gibt es einige Wohnungsanbieter, die lieber die Gesuche durchgehen.
Wir wurden von einer Vermieterin angeschrieben, die uns eine Wohnung im ruhigen Hamburger Stadtteil Sülldorf anbieten konnte.
Zufälligerweise befand sich mein WG Zimmer nur ca 1 km entfernt von dieser Wohnung. Ich machte einen Besichtigungstermin aus und sah mir die Wohnung an.
Boah, so eine schöne Wohnung in so einer entspannten, ruhigen Gegend. Meine Frau konnte leider nicht zum Besichtigungstermin kommen, also führte ich sie mit einem WhatsApp Video Call durch die Wohnung. Wir beschlossen die Wohnung zu nehmen, wenn wir sie denn kriegen sollten.
Ich war nicht der einzige Interessent und es gab noch weitere Besichtigungstermine. Als ich bei meinem ersten Gespräch mit dem Vermieter erwähnte, dass ich bereits in Hamburg wohne, und zwar nur ein paar Gehminuten von der angebotenen Wohnung, kam das glaube ich schonmal ganz gut an. Das war natürlich etwas Glück und Zufall. Aber meine Vorbereitung war kein Zufall.

Wir legten eine kleine Mappe mit den folgenden Formularen an, die ich Wohnungsbesichtigung mitbrachte.

  • Selbstauskunft von der Schufa (kann man hier kostenlos bestellen)
  • Fertig ausgefüllte Mieterselbstauskunft
  • Gehaltsabrechnungen der letzten 4 Monate von mir und meiner Frau.
  • Anschreiben

    An ein Anschreiben denken viele Wohnungsinteressenten nicht, dabei ist dies sehr wichtig. Ein Vermieter möchte natürlich wissen, wer die eigene Wohnung bezieht. Deswegen sollte man sich in einem Anschreiben so gut wie möglich beschreiben. Warum man diese Wohnung haben möchte, warum man in diesem Stadtteil wohnen möchte, wie lange man dort wohnen möchte, ob man es eher ruhig oder auch gesellig mag. Themen wie Hobbies, Kinder, Haustiere etc. sollten im Anschreiben nicht fehlen. Es hinterläßt schlicht und einfach einen besseren Eindruck. Hat der Vermieter 5 Bewerbungsmappen auf seinem Schreibtisch liegen und eine davon enthält ein tolles, aussagekräftiges Anschreiben, dann erhöht man seine Chancen um ein vielfaches.

    Ich gab dem Vermieter unsere Mappe und er sagte, dass er sich in den nächsten 4 Tagen nochmal melden wird. Doch als ich am nächsten Tag mit meiner Frau telefonierte, erhielt ich die erfreuliche Nachricht, dass wir die Wohnung bekommen. Seine Frau hatte die Mappe noch am Abend gelesen und sofort eine Nachricht an meine Frau über Ebay Kleinanzeigen geschickt. Es hatte also geklappt. Wir wohnen jetzt im schönen, ruhigen Sülldorf und sind sehr glücklich darüber.

    Ich wünsche euch auch viel Erfolg bei der Wohnungssuche.

  • Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.